In Tours um Tours und um Tours herum

Tours – wo Geschichte zu Hause ist

Zwischen schnarchen und hellwach

Wir können uns nie an ihr satt sehen – unsere Kathedrale St. Gatien

Ich weiß nicht wie es dir geht, aber wenn ich mich an meine Schulzeit erinnere und an das Fach Geschichte, dann gab es immer nur zwei Möglichkeiten, langweilig oder kurzweilig.

Ein gargouille- Wasserspeier soll nicht nur Wasser draußen lassen- sonder auch das Böse.

Mein Lieblingsthema war das Mittelalter, und Schlösser und Burgen, bei Verträgen die wo und wann geschlossen wurden, sind meine Augenlider ziemlich schwer geworden.

Asterix und Obelix?

Hier in Tours kann man ganz schön viel Geschichte erleben und aber auch spüren. Tours leitet sich von Turonen ab einem alten gallischen Stamm, der hier in vorrömischer Zeit an der Loire (Fluss der durch Tours fließt) siedelte. Da die Stadt auf einer Anhöhe lag, wurde sie später von den Römern Caesarodunum (Cäsarhügel) genannt.

Im ersten Jahrhundert entstand hier unter den Römern eines der größten Amphitheatern des Römischen Reichs.

Ich springe hier ein wenig, sonst sprenge ich den Rahmen des Blogs ;o).

Pilgerort damals wie heute

Eine wichtige Persönlichkeit in der Geschichte Tours ist der Heilige Martin, der hier im Jahr 372 zum Bischof geweiht wurde. Teile der Basilika St. Martin stehen noch heute in Tours. Was die Stadt mitunter zu einem wichtigen Pilgerort werden ließ. Macht man einen Spaziergang durch die Stadt, begegnet einem sehr oft das Zeichen der Jakobsmuschel (du musst auch auf den Boden kucken), ein Zeichen der Pilger.

Ein weiterer gargouille, alle sehen anders aus… aber meistens nichts für den Schönheitswettbewerb

Wenn man die Basilika, am Seiteneingang betritt, steht gleich der Heilige Jakob als Statue in einer Ecke. Tours hat wundervolle kleine und große Kirchen, und neben der Basilika, ist besonders sehenswert die Kathedrale von Tours, die dem heiligen Gatianus, dem ersten Bischof von Tours geweiht ist. Wie so oft ist die Geschichte geprägt, von Aufbau und Zerstörung, von Krieg und Frieden, von guten und weniger guten Zeiten. Es gibt da ganz wunderbare Bücher, die einem ganz viele interessante Geschichten erzählen können.

Die Touris aus Tours

Nicht nur Tours alleine ist sehr reich an Geschichte, sondern auch viele umliegende Städte, die Laurent und ich uns nacheinander ansehen. Wir sind beide eigentlich nicht so fit in Geschichte, eher gar nicht. Aber in einem Schloss oder in einer Burg oder einfach nur auf geschichtsträchtigen Boden zu stehen, ist eine ganz tolle und auch tiefe Erfahrung. Und irgendwie bekommt man wirklich Lust, mehr darüber zu erfahren. Jedes Mal wenn wir nach einem solchen Erlebnis nach Hause kommen, wird gleich mal recherchiert. Das erste Schloss das wir besichtigt haben ist mit dem Zug 20 Minuten von Tours entfernt. Es steht in Amboise und hier finden wir eines der wichtigsten Loireschlösser.

Märchenschloss – so stellt man sich das doch vor, oder?

Im 15. Und 16. Jahrhundert galt es häufig als Residenz. Ein ganz beeindruckende Anlage, obgleich es heißt dass nur noch wenig Bausubstanz vorhanden sei. Die Geschichte erzählt von der Burg die hier bereits in fränkischer Zeit, die zwischen 5. Und 9. Jahrhundert liegt, in Amboise stand. Leonardo da Vinci starb in Amboise, und in der Kapelle im Schloss selbst ist sein Grab, das scheint aber sehr umstritten zu sein, ob es auch wirklich seine letzte Ruhestätte ist.

Schloss oder Burg äh wo bin ich grade

Ganz kurz eine Burg ist eher ein massives Bauwerk das Schutz vor Feinden bieten sollte, meist war das Dorf direkt in die Burg mit integriert. Eine Bauweise die wirklich ins dunkle Mittelalter passt.  Ein Schloss, schon alleine das Wort ist etwas leichter, sollte eher ein komfortabler Wohnsitz, mit mehr Stil und Eleganz sein, ein Zeichen für Wohlstand  und Reichtum.

Und dann…

Waren wir noch in, ich konnte das Wort nicht aussprechen zum großen Vergnügen meines Mannes, Langeais,  da steht eine ganz wundervolles Schloss, mitten im Kern der Stadt. Es wird von einem Donjon berichtet, eine Burg im Mittelalter, die fast komplett zerstört wurde, und die Ruine in der Gartenanlage des Schlosses zu finden ist.

Kein Kunibert weit und breit aber ein Karl der VIII.

Dahinter befindet sich eine riesige Libanon-Zeder, in die man ein Baumhaus hineingebaut hat, um den Kindern hier auch etwas zu bieten, das ist toll und auch wirklich baumfreundlich gebaut. Übrigens, für die kleinen Entdecker gibt es immer Tafeln und Karten die etwas über das Leben in einem Schloss erzählen…cool. Das neue Schloss entstand 1465, und besonderes Highlight in diesem Schloss war 1491 die Vermählung zwischen Karl VIII. mit Anne de Bretagne. Das Schloss ist in einem tollen Zustand, man kann viele Räume besichtigen, die mit liebevollen Details und zeitgemäßen Möbeln ausgestattet sind. Im großen Saal wird anhand von sehr echt wirkenden Puppen die Vermählung nachgestellt. Fast vergisst man, dass die Erklärung dazu auf Französisch ist, so toll und mitreißend wird die Geschichte erzählt.

So ihr Lieben, sobald wir im nächsten Schloss oder der nächsten Burg waren werde ich wieder berichten.

wow voll der Art-gargouille jetzt reichts aber ;o)

Ganz herzliche Grüße von den Touris aus Tours

Jane & Laurent

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